Junkers

Der deutsche Ingenieur und Unternehmer Hugo Junkers wurde 1859 in Rheydt im Rheinland geboren. Er fand eine Anstellung in Dessau bei Wilhelm von Oechelhaeuser mit dem er 1890 eine gleichberechtigte Partnerschaft einging. Zwei Jahre später gelang es ihm, den ersten Doppelkolben-Gasmotor zu entwickeln.
Mit einer zielstrebigen Kombination von Geduld und Systematik trieb Junkers seine Forschung voran und erfand 1893 das Kalorimeter – ein Messgerät zur Ermittlung des Heizwertes von Brennstoffen. Dieses Gerät war Grundlage vieler weiterer Erfindungen und ermöglichte 1895 die Gründung der Warmwasser-Apparatefabrik "Junkers & Co." in Dessau.
Ab 1902 widmete sich Junkers dann wieder vermehrt dem Motorenbau und konstruierte Ölmotoren, welche zunächst in der Schifffahrt Verwendung fanden. 1907 wurde dann der erste Gegenkolben-Dieselmotor entwickelt.
Ein Jahr später begann sich der Unternehmer für die Fliegerei zu interessieren. Ausschlaggebend war die Zusammenarbeit mit Professor Hans Reissner, welcher sich damals intensiv mit der Aerodynamik auseinandersetzte. 1913 wurde in Magdeburg die Firma "Junkers Motorenbau GmbH" eröffnet. Nach dem Ersten Weltkrieg fertigten die Junkers-Werke Stationärmotoren sowie Dieselmotoren für Bagger, Traktoren und Boote. In den zwanziger Jahren waren Junkers-Moteren die am häufigsten eingesetzten Maschinen für LKWs und Busse.
Anfang der 1930er Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt des Unternehmens dann wieder in Richtung Fliegerei. Es wurde der erste Schweröl-Flugmotor entwickelt, welcher auch nach Japan, Russland, Frankreich und Großbritannien exportiert wurde. Doch die Weltwirtschaftskrise hatte auch auf Junkers negative Auswirkungen. Dennoch konnte die Firma ihre Unabhängigkeit bewahren, allerdings nur auf Kosten des Verkaufs des Stammwerkes Junkers & Co. an die Robert Bosch AG.
1933 wurde Hugo Junkers mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten gezwungen seine Patente auf die Unternehmen zu überschreiben und die Mehrheit seiner Firmenanteile, ohne Entschädigung an das Reichsluftfahrtministerium abzugeben. 1936 wurden die Junkers-Motorenbau GmbH und die Junkers-Flugzeugwerke AG zur Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG zusammengefasst. Das Unternehmen wurde eines der bedeutendsten Rüstungskonzerne des Deutschen Reiches.
1951 folgte der Umzug nach München. Zu Beginn der 1970er Jahre ging das Unternehmen dann im Daimler-Benz-Konzern auf.

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